115 Jahre Koethers & Röttsches in Herne

 


 

 


1905

 

begann alles mit der Tageszeitung 'Herner Anzeiger', der am 1. April erstmals erschien. Dieses Datum wurde als Gründung des Verlages Herner Anzeiger durch Josef Ingmanns fixiert. Bereits ein Jahr später wurde der Buchdrucker und -händler Johannes Koethers Teilhaber, und der Verlag firmierte unter Ingmanns & Koethers.


1909

 

kam Josef Röttsches nach Herne und wurde zunächst Assistent seines Onkels Johannes Koethers und später Geschäftsführer. Er war verantwortlich für den technischen und kaufmännischen Bereich, während, Joseph Ingmanns der Redaktion vorstand.


1921

 

trat dessen Sohn Heinrich Ingmanns als neuer Gesellschafter ein und löste seinen Vater als Leiter der Redaktion ab.


1926

 

errichtete das Unternehmen in der Bebelstraße einen - wie es damals hieß - Monumentalbau. Damit wurde in kleinem Rahmen der Verkauf von religiösen Schriften und Devotionalien möglich.


1927

 

schied Heinrich Ingmanns aus der Redaktion und als Gesellschafter aus. Josef Röttsches wurde nun offiziell Gesellschafter, und der Verlag firmierte unter Koethers & Röttsches mbH.


1928

 

erschien das erste Herner Telefonregister, Vorläufer des heutigen Örtlichen Fernsprechbuches. Ein Jahr später baute das Unternehmen den Buchhandel verstärkt aus.


1934

 

schied Johannes Koethers aus der Gesellschaft aus. Sein Anteil fiel an seinen Neffen Josef Röttsches. Der Firmenname Koethers & Röttsches wurde beibehalten und das Unternehmen als Einzelfirma geführt.


1941

 

wurde im Wege kriegswirtschaftlicher Maßnahmen - so die offizielle Version - der Zeitungsverlag geschlossen. Die technische Betriebseinrichtung des Zeitungsbereiches musste demontiert und verkauft werden. Übrig blieben nur noch einige Geräte für den Akzidenzdruck. In der stark zusammengeschrumpften Druckerei und der kleinen Buchhandlung waren jetzt noch zehn bis zwölf Personen beschäftigt.


1946

 

übernahm nach dem plötzlichen und unerwartetenTod von Josef Röttsches seine Ehefrau Maria Röttsches das Unternehmen. Ihr gelang es, die örtlichen Interessen für die zweimal wöchentlich erscheinende Tageszeitung Ruhr-Zeitung wahrzunehmen.


1947

 

wurde die Ruhr-Zeitung von der Westfalen-Post, Soest, abgelöst.


1949

 

konnte mit dem Verlag Lensing, der die Tageszeitung Ruhr-Nachrichten herausgab, ein Agenturvertrag geschlossen werden mit der Verpflichtung zur vollem Wahrnehmung der vertrieblichen und anzeigenmäßigen Interessen für Herne und Wanne-Eickel. Der Vertrag erfuhr im Laufe der Jahre verschiedene Modifikationen und dauerte bis zum Jahr 1980.


1954

 

wurde auf einer wieder aufgespürten Rotationsmaschine bis zum Jahr 1954 die Ortsausgabe Herne der Ruhr-Nachrichten gedruckt.


1956

 

wurde aus der Einzelfirma eine KG mit den Arbeitsbereichen Buchhandel, Verlag. Druckerei und Papier- und Schreibwaren, Mittlerweile arbeiten vier Kinder von Maria Röttsches - Karl-Wilhelm, Gerhard, Maria-Luise und Marianne - im Unternehmen mit. Maria und ihre Tochter Marianne schieden einige Jahre später aus dem Unternehmen aus.


1974

 

wurde die Buchdruckerei abgespalten und als selbständige Firma mit Gerhard Röttsches als Komplementär und Karl-Wilhelm Röttsches weitergeführt.


1978 - 1982

 

trat mit Elisabeth Röttsches, Tochter von Karl-Wilhelm Röttsches, die vierte Generation ins Unternehmen ein. Sie übernahmen 1982 als Nachfolgerin von Maria-Luise Röttsches die Funktion der ersten Sortimenterin. In den Folgejahren wurden das Buch-Sortiment erweitert und das Lager wesentlich aufgestockt.


1991

 

gab es bei der Druckerei eine wesentliche Änderung. Der Betrieb fusionierte mit der Firma Pieper-Druck zur Pro-Druck, wobei Gerhard Röttsches als Gesellschafter später ausschied. Damit hatte sich die Familie Röttsches aus dem Druckereibereich verabschiedet. Die Herstellung des Telefonbuches wurde z. T. noch von dem neu gebildeten Unternehmen ausgeführt.


1995 - 1996

 

trat Ludger Röttsches, jüngster Sohn von Karl-Wilhelm Röttsches, in das Unternehmen ein - eine wichtige Entscheidung, um das Unternehmen wirtschaftlich modern zu strukturieren. Eine EDV-gestützte Warenwirtschaft führte das Unternehmen 1996 ein.


1998

 

wurde der Telefonbuchverlag verkauft, und das Unternehmen firmierte in die Koethers & Röttsches Buchhandlungs- und Verlagsgesellschaft mbH um. Geschäftsführer sind Elisabeth und Ludger Röttsches. Karl-Wilhelm Röttsches ist Gesellschafter.


2005

 

Durch engagierte buchhändlerische Tätigkeit - breite Buchauswahl,
gute Präsentation, regelmäßige Modernisierung der Verkaufsräume, Buchbesprechungen, Ausstellungen und Lesungen - hat das Unternehmen heute seine Leistungsfähigkeit ausgebaut.


2009

 

Rückkauf des Gebäudekomplexes und komplette Renovierung des ehemaligen Druckereigebäudes.


2010

 

Eine neue Ära beginnt: Die Alte Druckerei erstrahlt im frischen Glanz und wird zum angesehen Ort für kulturelle Veranstaltungen.


2015

 

Der Verein Literaturhaus Herne Ruhr wird gegründet.
Die Alte Druckerei wird zum Mittelpunkt hochwertiger Kultur- und Literaturveranstaltungen im mittleren Ruhrgebiet mit überregionaler Ausstrahlung.


2016

 

Neugestaltung der Buchhandels-Räumlichkeiten und Wiedereröffnung als Buchhandlung im Literaturhaus, zusammen mit dem Café im Literaturhaus.